Wallerangeln in Deutschland (Teil 2)

Im ersten Teil der Waller-Einführung auf fangplatz.de haben wir euch versucht davon zu überzeugen, dass es in unseren Seen und Flüssen mehr Waller gibt als wir alle nur erahnen.

Roland Shöps, Wallerprofi, ging mit mir an einen See, an dem es eigentlich keine Waller geben sollte. Sein Echolot und seine Erfahrung verrieten ihm aber das Gegenteil.

Im zweiten Teil der Serie sind wir schon mitten im Angeln und wir erklären euch grob die Montagen und die Angeltechnik auf diese heimlich lebenden Urfiecher...

Die Vorbereitungen für die Nacht

Am Nachmittag trafen wir uns. Ich hatte flott meine Matchruten zusammen gebaut, um ein paar Köderfische zu fangen. „Es sollen aber richtige (!!!) Köderfische sein!“ rief mir Roland zu, „Komm bloß nicht mit 50-Gramm Rotaugen, es sollen schon 800-Gramm Brassen sein!“ Hubs, damit war die Messlatte hoch gelegt, aber nach 2 Stunden hatte ich 4 Brassen und 3 schöne Karauschen gefangen. Es konnte also los gehen.

Wie bei jeder Spezialdisziplin, so schwören auch die Waller-Angler auf ihr ganz spezielles Zubehör. Roland besitzt zum Beispiel ein komfortables Belly-Boot, mit dem er seine Köder am liebsten ausfährt. „So weiß ich, dass alles richtig an seinem Platz ist. Außerdem ist es sehr schwer eine 1-kg-Brasse auf eine weite Distanz zu werfen, auch wenn sie tot und gut angebracht ist. Da ist mir das Boot wirklich am liebsten.“ Nebenbei bemerkt, lässt die von uns heute verwendete Montage eh kein Werfen zu, denn wir werden mit Boje und Reißleine arbeiten.

Man, das hörte sich alles für mich sehr abenteuerlich an. Bojen beim Angeln und dann noch eine Reißleine. Der Schwimmer hatte eine Tragkraft von satten 150 Gramm!!!

Solche Fanggeräte hatte ich zuletzt bei einem Kinostreifen mit dem Namen „Der weiße Hai“ gesehen. Aber jetzt kommt noch das beste: Wir angelten an einem Gewässer, wo ich meine Hand für ins Feuer legen würde, das hier keine Welse vorkommen, obwohl hier Mischfisch vor Jahren eingesetzt wurde. Roland war aber nach seinem Erkundungsfahrten mit dem Belly-Boot und Echolot ganz sicher: „Sie gibt es hier. Ich habe einige dicke Schatten gesehen.“ Nun ja, warten wir es ab...

Das Auslegen der Köder

Nachdem wir die Köderfische präpariert und an den Hakenmontagen befestigt hatten, kam das Belly-Boot von Roland zum Einsatz. Er hatte schon an sehr interessanten Wallerstellen zwei künstliche Enten als getarnte Bojen platziert. Die Plätze lagen direkt an einer Sandbankkante, die mit einer Krautbank umringt war. Am Ende des Krautfeldes lagen dann die Stellen – eine links davon und eine 30 Meter weiter rechts. Vorsichtig paddelte Roland dort hin und zog dabei langsam die Schnur von den kräftigen Rollen. Die Ruten waren übrigens echte „Besenstiele“ mit Wurfgewichten von 300 Gramm. Sie lagen in Brandungsrutenhaltern und waren mit elektronischen Bissanzeigern versehen.

Als Roland die Angelplätze erreichte, klickte er die Ködermontagen an der Reißleine ein (s. Montageabbildung) und kam wieder zurück. Jetzt wurde alles stramm gezogen und die Bißanzeiger scharf gemacht. „Im Ausland darf man so auch mit lebenden Köderfischen angeln, hier geht es nur mit toten. Es sei denn man hat eine Sondergenehmigung, wie es oft im Saarland der Fall ist.“ erklärte er mir, als er die Ruten fertig machte.

Fortsetzung folgt...

Das dicke Ende folgt im dritten und letzten Teil. Ich bin auf jeden Fall absolut von der heimlichen Wallerinvasion in Deutschland überzeugt.