Zwei Tage bei den Dorschen auf Langeland

fangplatz-Mitglied Khrab hat ja schon im fangplatz-Forum von seinen Angelfahrten nach Langeland geschwärmt und dabei versprochen, von seiner nächsten Fahrt zu berichten. Jetzt hat es der Ostwestfale wahr gemacht und einen tollen Bericht über zwei unvergessliche - weil fischreiche - Dorschtage geschrieben...

fangplatz bedankt sich für Khrab's Zeilen und freut sich über weitere Berichte von euch. Denn fangplatz soll ja eine Seite von Anglern für Anger sein. ;-)

Am 9.4. sind wir um ca. 13 Uhr in Bagenkop angereist. Ab 14 Uhr sind wir dann auf den Kutter gekommen. Die Begrüssung fällt immer schon auf herzlicher freundschaftlicher Ebene statt. Der Kapitän erklärt bereits bei den ersten Metern auf dem Wasser was er vor hat und wohin er fährt. Welche Fischgrösse zu erwarten ist und was die beste Angeltechnik zum Fang zur Zeit gut ist. Natürlich drängt er sich nicht auf und erzählt es nur den interessierten Teilnehmern. Die anderen beschäftigen sich in der Zeit mit ihrem Material. Aber welcher Angler hört da nicht gerne zu, denn man schnappt ja immer etwas Neues auf. An diesem Tag war nur lsuperleichtes Pilkgerät angesagt, denn wir hatten nur leichten Wind. Die leichte Drift des Schiffes war genau gegenläufig zur Windrichtung, hervorgerufen durch die Meeresströmung. Bis meine Kollegen und ich diese ungewöhnliche Situation erkannt haben waren mehrer Pilkerauswürfe nötig. Dann aber gab es bereits die ersten Fischfänge.
Über seine Bordlautsprecher hat der 'Kapitän Allan' uns allen erläutert, dass das erste Umsetzen des Schiffes auf Grund der selbst für ihn ungewöhnlichen Driftverhältnisse notwendig ist. Es kommt zu relativ langen Driftzeiten um die einzelnen Unterwasserkanten (Langeland hat einen treppenförmigen Bodenabfall) zu erwischen. Vor jeder Kante bissen zahlreiche Dorsche und sie wurden dann nur so an Bord gedrillt. Auf dieser Ausfahrt waren es Fische zwischen 38 cm ,Mindestmass, und 45 cm. Alle 12 Angler hatten am Ende unseres ersten Tages 20-25 Dorsche im Kübel.

Die absolute Ausnahme in unseren Reihen war der erst 14 jährige Sohn des Kapitäns. Er hat es sage uns schreibe auf genau 51 Dorsche gebracht! Seine Angeltechnik werde ich eventuell zu einem späteren Zeitpunkt erklären (man muss ja auch ein paar Geheimnisse haben ;-) ). Natürlich habe ich versucht sie zu kopieren. Nur ich musste feststellen dass mir dazu bestimmt viele viele Trainingsstunden fehlten. Gefischt haben meine Freunde und ich mit Ruten, die ein Wurfgewicht von 40 bis 80 Gramm hatten. Unsere Pilker hatten 50 Gramm, die wir an 0,14 geflochtener Schnur anboten.
Diese Ausrüstung fischten der Kapitän und sein Sohn ebenfalls.
Der erste Tag war für alle bereits ein sogenanntes Traumergebnis. Unsere Unterkunft, die uns Allan, der Kapitän organisierte, war auch in keiner Weise zu bemängeln.
Das Fazit für den ersten Tag: Besser geht es kaum!!!

Der 2. Tag begann für uns wieder um 14.00 Uhr.
An Bord das gleiche Ritual. Allan erklärte uns seine bereits abgelaufenen Vormittagstour:
'Ich habe heute morgen viel Zeit verloren weil ich grössere Dorsche gesucht habe.' erklärte er uns. 'Aber heute Nachmittag ist der Wind und die Strömung für das westliche Revier besonders günstig. Unter meine linken Fussohle fühle ich das es heute grössere Fische geben wird.' ergänst er seine Ausführungen, womit wir große Hoffnungen verbunden. Endlich sollen die dicken Dorsche kommen. Deshalb waren wir ja auch hier!
Die Anfahrt war heute etwas länger wie am Vortag (ca. 35 Minuten). Schon der erste Angelstop zeigte dass 'Kapitän Allan' sich auf sein Fussohlengefühl verlassen kann. Die ersten 3 bis 4 fündigen
Dorsche kamen an Bord. Mehrere kurze Driften und sofortiges Umsetzen des Schiffes brachten dann viele weitere gute Fische bis wir diesen Angelplatz abgefischt hatten. Die Erklärung über seine Bordlautsprecher wenn er einen neuen Platz ansteuern möchte und was uns dort erwartet habe bis heute noch auf keinem Angelschiff angetroffen. Das ist richtig klasse und hilft den Teilnehmern sich vorzubereiten. Man dümpelt einfach nicht so blind durch die Ostsee.
An diesem Tag waren die Fische sehr kampfstark. Dorsche über 2,5 kg waren ohne sauber eingestellte Rücklaufsperren nicht zu bewältigen. Der Ruf 'Gaff!', 'Gaff!' war häufiger zu hören und der unser Allan musste ganz schön flitzen um die Fische an Bord zu holen. Das meinte er sicher mit kribbeln unter seiner Fußsohle... ;-)
Leider gingen 3 größere Fische, die sicher die 5 Kilo Marke überschritten hätten, verloren. Unser relativ leichtes Ostseegeschirr war damit wohl schon überfordert. Ich persöhnlich habe noch an der Wasseroberfläche einen strammen Fisch verloren den ich auf ca. 8 Kilo geschätzt habe.

Das absolute Highlight war dann auch der Abschluss unsere Angeltour. Den Rat von Kapitän Allan genau dass zu tun was er uns sagte, erwies wieder einmal als Volltreffer. 'Lasst euere Pilker sofort an der Bordwand fallen wenn ich das Zeichen gebe!', rief er.
Auf einen Schlag waren alle Ruten krumm und die Bremsen
waren überall zu hören. Alle Fische waren im 4 Kilo Bereich und kamen nach schwerster Drillarbeit an Bord.
20 bis 25 Fische, viele im Bereich zwischen 2 und 4 Kilo, hatte jeder Angler am Ende in seinem Behälter.
Das Filetieren und Eintüten und Einfrieren hat uns naturgemäss noch bis weit in die Nacht beschäftigt.
12 bis 13 Kilo Filet und die gleiche Menge kleiner Dorsche (als Kochfisch) hat jeder von uns mit nach Hause nehmen können, so dass sich der ganze Tripp gelohnt hat.
Abschließend wollen meine Freunde und ich uns bei unserem 'Kapitän Allan' für alles bedanken. Es waren unvergessliche Angeltage und wir kommen gerne wieder, denn nach dieser Reise bin ich überzeugt:
Im gesamten Ostseebereich werde ich kaum ein besseres Revier und einen besseren Kapitän finden als auf Langeland!

Wer sich einmal Kapitän Allan's Homepage ansehen möchte, der findet sie unter:
www.hochseeangeln-langeland.de.


Nachtrag: Sämtliche Fische die der Kapitän oder sein Sohn gefangen haben verteilen sie übrigens wie selbstverständlich an die anderen Angler auf dem Schiff. Ein klasse Zug, finde ich.
Mit freundlichem Petri Heil
Khrab

Quellen für Tiefenkarten von Langeland