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Tipps: Richtig gezielt auswerfen

Oft fängt das Problem schon am Anfang an: Beim Auswerfen! Wie oft habt ihr über den Angeltag beim Nachbarn den „Fächer“ der Korbeinschläge auf der Wasseroberfläche bewundert oder ihr habt euch selbst über eure mangelnde Zielgenauigkeit bei eignen Auswürfen geärgert? Was nutzen die besten Zieltricks in den Fachartikeln, wenn die eigentliche Wurfbewegung einfach nicht klappen möchte.
Dieser Artikel gibt euch einige Tipps zum besseren Auswerfen – auch über große Distanzen. Am Beispiel des Feederangelns.

Vor dem Wurf: Richtiger Abstand zwischen Rutenspitze und Wurfgewicht

Vor dem Wurf solltet ihr eine wichtige Vorkehrung treffen. Das Wurfgewicht (Futterkorb) muss im idealen Abstand unter der Rutenspitze hängen, um dann beim Wurf auch die maximal Schleuderwirkung des Blanks zur Empfaltung kommen zu lassen. Hierzu sollte das Gewicht ca. ein Drittel der Rutengesamtlänge unterhalb der Spitze sein. So baut die Rute die gewünschte maximale Spannung während der Wurfbewegung auf und katapultiert den Köder auch optimal und weit in einer stabilen Flugbahn auf das Wasser hinaus.

Wurfbeschleunigung: Der richtige „Griff“

Schaut man den Profis zu, dann gibt es nur einen richtigen „Rutengriff“. Hier erklärt für Rechtshänder (für Linkshänder ist es genau umgekehrt):

Generell führt ihr die Rute beim Wurf immer nur über euch hinweg: Von hinten beginnend, über den Kopf nach vorne, Richtung Wasser. Die Rutenspitze zeigt am Ende der Bewegung immer dort hin wo ihr auch hin werfen möchtet.
Die rechte Hand befindet sich dabei direkt oberhalb der Rolle, wobei euer Zeigefinger mit der Kuppe die freie Schnur bei offenem Schnurbügel der Rolle eingehakt hat. Die linke Hand greift den Rutengriff am ganz unteren Rutenende (!!!). Nur so bekommt ihr die maximale Hebelwirkung zum Beschleunigen des Blanks während der Wurfbewegung.
Die meiste Dynamik muss beim Wurf aus dem linken Arm und dessen Schulter kommen. Denn mit diesem Arm zieht ihr den Blank mit maximaler Beschleunigung zu eurer Hüfte hin. Die obere rechte Hand an der Rolle fungiert dabei fast „nur“ als Drehachse.
Genau hier liegt bei vielen beim Werfen der Hauptfehler. Sie versuchen den Schwung beim Wurf aus der oberen, rechten Schulter zu gewinnen. Ein für weite und gezielte Würfe zum Scheitern verurteiltes Unterfangen. Noch mal: Die Beschleunigungspower muss man UNTEN am Rutengriff durch kraftvolles Heranziehen der Rute bekommen! Probiert es aus…

Gib dem Wurf ruhig POWER!

Egal, welche Rute ihr heute im Handel kauft. Die können alle einiges vertragen wenn sie unbeschädigt sind. Seit beim Wurf also nicht zu vorsichtig und verwendet ruhig so viel Schwung, dass das Gewicht sich richtig in die Rutenaktion hinein hängt, damit dann auch gut katapultiert wird und dann direkt ins Ziel fliegt. Jede Bogentrajektorie des Gewichtes in der Flugbahn führt zu Ungenauigkeiten. Wenn dann noch Seitenwind hinzu kommt, wird euer Bogenwurf zum Spielball der Natur. Tastet euch mit einigen Testwürfen einfach etwas an das Vermögen eures Blanks heran. Ihr merkt schnell den Unterschied in der Wurfqualität.

Der richtige „Schleuderpunkt“

Neben der „Power“ ist der richtige „Schleuderpunkt“für die optimale Flugbahn entscheidend. Es ist die Position der Rute wührend der Wurfbewegung, an der ihr die Schnur mit eurem Finger an der Rolle frei geben solltet. Die Fangplatz-Wurfuhr zeigt es anschaulich (s. Abbildung):

Befindet sich die Rute in der 11- bis 12-Uhr-Position, solltet ihr der Schnur mit dem Finger freien Lauf lassen. Den Rest macht dann die „Schleuderpower“ des Rutenblanks.

Herrscht stärkerer Seitenwind, dann lohnt es sich, die Schnur erst gegen 12 Uhr frei zu lassen. Dann produziert ihr eine ganz flache direkte Flugbahn über der Wasseroberfläche.
Lasst ihr die Schnur schon auf der oder vor der 11-Uhr-Position los, fliegt das Wurfgewicht mit der Schnur eher hoch und bogenförmig ins Ziel. Die Löseposition hängt aber auch von der Rutenaktion ab. Bei weichen Ruten liegt sie eher Richtung 11 Uhr und bei härteren Ruten mehr bei 12 Uhr. Probiert es deshalb erst im Trockenen mit eurer Rute aus. Das Training werdet ihr spätestens beim nächsten Seitenwind zu schätzen wissen.

Richtige Rutenhaltung während des Flugs

Fliegt das „Geschoss“ über das Wasser, ist ein reibungsarmer Ablauf der Schnur von Spule und durch die Rutenringe hilfreich. Das erreicht ihr, wenn ihr die Rute in der 2-Uhr-Position haltet.
Wichtig: Kurz bevor das Wurfgewicht, samt Köder, ins Wasser fällt, solltet ihr den Wurf abstoppen, um die gesamte Montage zu straffen. Feederangler erreichen das, indem sie die Rute am Ende der Flugbahn zurück nehmen (11- bis 12-Uhr-Position) und dann das Gewicht in die Rutenaktion fliegen lassen, wobei sie mit der Rute in Richtung Zugdruck des Gewichtes locker nach geben s. Minivideo). Dabei wird der Schnurablauf per Hand oder mit einem Clip (zur Distanzeinstellung, s. Bild) gestoppt.

Richtig zielen

Gezielt wird mit der Rutenspitze. Wollt ihr rechts hin werfen, zeigt eure Wurfbewegung mit der Rutenspitze am Ende nach rechts. Wollt ihr links hin werfen, zielt ihr mit eurer Rutenspitze am Ende nach links. Fangt nicht an, irgendwie mit Zwischenwurflösungen zu „eiern“. Ihr werft nicht mehr zielgenau und verwickelt im schlechtesten Fall nur eure Montage.

Schlagschnur und dünnere Hauptschnur

Je dünner die Hauptschnur, desto weniger Luftwiderstand habt ihr beim Wurf und folglich könnt ihr auch weiter und ungestörter werfen. Das Problem ist aber, dass die dünne Schnur die starken Belastungen der ersten Wurfphase nicht Stand hält. Deshalb setzen Feederangler Schlagschnüre ein. Das sind stärkere Schnurdurchmesser für die ersten Meter. Eine Schlagschnur sollte so lang sein, dass sie in der Wurfgrundposition 5-6 Rollenumdrehungen auf der Rollenspule aufgewickelt ist. So habt ihr in der ersten strapaziösen Wurfphase die benötigte Schnurrobustheit und während der Flugphase den minimalen Windwiderstand der dünnen Schnur für einen weiten, zielgenauen Flug.
Die Schnüre könnt ihr mit dem Allbright-Knoten verbinden. Dieser Artikel erklärt es mit Michael Schlögl erklärt, wie er geht.

Wann monofile Schlagschnur und „Geflochtene“?

Feederangler, die extrem weite Wurfdistanzen erreichen wollen, setzen auch auf geflochtene, reißfeste, dehnungsarme und sehr dünne Hauptschnüre. Der dünne Durchmesser bringt weite Wurfweiten und die Dehnungsarmut dann eine sensible und direktere Bissübertragung über die langen Distanzen. Sie setzen dann monofile Schlagschnüre ein (z.B. 0,30mm Durchmesser). So nutzen sie die Vorteile der Dehnbarkeit der Monoschnur beim Wurf und später beim Drill (Reduzierung der Ausschlitzgefahr des Hakens aus dem Fischmaul). So verbindet ihr geflochtene und monofile Schnur.

Zusatz „Gummi“

Wer noch mehr Dehnung möchte, bindet ein (Hohl-)Gummi als Puffer zwischen Korb und Hakenvorfach. Bei den Method-Montagen sind Gummis oft im Einsatz. Sie helfen bei der Selbsthak-Methode. So fischt zum Beispiel der mehrfache Feederweltmeister Steve Ringer...

Fazit:

Einige Grundregeln führen zu konstant guten Würfen. Egal bei welcher Angeltechnik. Mit etwas Training, sorgt ihr für wesentlich entspanntere, weil konstant gute, verwicklungsfreie und damit auch erfolgreichere Würfe und habt damit erfolgreichere Angeltage und mehr Spaß.

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