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Forellenangeln: Gut geschleppt ist halb gefangen!...

…Das wissen wir Stipper ja schon lange! Es gibt wohl keinen Angler, der so viel Material mit ans Wasser schleppt wie wir. ;-)

Im letzten Teil unserer Forellenserie habe ich auch meine Verbindung zwischen dem Forellenangeln und dem Stippen gefunden. Ich habe euch gezeigt, wie man Forellen mit der Pose stippen kann. Eine einfache Weiterentwicklung des Forellenstippens ist das Forellen schleppen mit einer Punktbebleiung, was mir Forellenexperte Andy Weyel gezeigt hat. Jetzt werden andere Köder als nur Naturköder eingesetzt. Es geht nun auch an die klebrige Forellenteig-Paste. Wie ihr damit am besten um geht und wie eine erfolgreiche Schlepptaktik aussieht, erfahrt ihr hier von Andy und mir…
 

Das benötigte Material

Das Schleppen mit einer Pose kann mit dem gleichen Material durchgeführt werden wie das Stippen auf Forellen. Die Rute sollte auch wieder eine semiparabolische Aktion haben. Hier bieten sich wieder Matchruten mit einer weichen Spitze an oder spezielle Forellenruten.

Bei der Rolle kommt der fein justierbaren Bremse eine besondere Bedeutung zu. Sie sollte beim Zug gleichmäßig und ohne jegliches Rucken die Schnur frei geben können. Eine Material-Empfehlung gibt euch wieder Forellen-Spezi Andy Weyel von der Firma Shimano am Ende dieses Artikels.

Die Montage

Beim Posenschleppen auf Forellen verwendet Andy immer ein längliches Posenmodell vorzugsweise mit Innenführung der Schnur. „Es bietet dem Fisch einfach am wenigsten Widerstand. Dasselbe gilt auch beim langsamen Einkurbeln.“ Begründet Andy seine Wahl. Seine Posenfavoriten sind: xxxx ---Hier Posenmodelle von Andy angeben---

Die Tragkräfte richten sich immer nach der gewünschten Wurfweite. In den meisten überschaubaren Forellenseen kommt man aber mit Posentragkräften kleiner als 6 Gramm aus, wenn man ein entsprechendes Rutenmaterial hat.

Im Gegensatz zum Posenstippen mit der Punktbebleiung, sollte beim Schleppen nur ein einziges Olivettenblei oder ein Glasersatz lose auf die Schnur gezogen werden. Die Größe des Bleies sollte so gewählt sein, dass die Pose noch 1-2 cm aus dem Wasser schaut. Ein kleiner Gummistopper puffert das frei auf der Schnur laufende Blei nach unten zu dem angeknoteten 3-Tönnchen-Wirbel ab. Letzterer verhindert, dass sich die Schnur verdrallen kann. Die Stärke der verwendeten Hauptschnur ist 0,16 mm. „Mehr braucht man an Forellenseen nur selten.“ Erklärt mir Andy, um zu ergänzen „Meist sind die Forellen auch schon sehr vorsichtig und trauen schon einem Köder an 14er Vorfach nicht.“

Damit wissen wir auch schon die Stärke der Vorfachschnur (0,14 mm, im Winter auch schon mal 0,12 mm). Andy fischt immer mit den Shimano-Schnüren Technium oder xxx. Sie sind bla…bla…bla… ANDY hier muss was von dir rein!

Die Länge der Vorfachschnur beim Schleppen richtet sich zum einen nach der Gewässertiefe und zum anderen nach der Empfindlichkeit der Fische. Schleppt ihr mit der Pose, dann solltet ihr eine Länge zwischen 60-90 cm verwenden. Präsentiert ihr den Köder eher in der Nähe der Oberfläche, dann solltet ihr die Vorfachlänge im oberen Bereich der Längenskala einstellen, Je tiefer ihr fischt, desto kürzer sollte das Vorfach werden. Gleiches gilt auch für kühlere Außen-/Wassertemperaturen. Im Winter, wenn die Fische vorsichtig werden, fischt man also eher mit einem 60 cm langen Vorfach. Das kann aber auch im Sommer vorkommen, wenn die Fische sehr vorsichtig beißen.

An dieser Stelle verweise ich wieder auf die vielen Tipps der Stipper zum „perfekten Vorfach“. In dieser fangplatz-Serie könnt ihr lernen, wie ihr eure eigenen Vorfächer am besten selber bindet und aufbewahrt.

Präsentation des Köders

Die Pose wird nicht ruhig ins Wasser gelegt, sondern ständig bewegt oder geschleppt. Unseren Forellenteigköder haben wir mit Andy so geformt, dass er sich beim Einziehen schön um seine eigene Achse dreht.

Hierbei gibt er nicht nur optische Reize ab (oft enthält der Teig ja auch Gitter-Material), sondern er erzeugt bei seiner Bewegungen Druckwellen im Wasser, worauf die Salmoniden reagieren. Ganz wichtig beim Einholen des Köders ist nun, dass wir ihn so langsam wie möglich bewegen, damit er möglichst lange bei den Forellen im Blickfeld ist und sie sich beim Zuschnappen nicht besonders anstrengen müssen. Wir müssen also eine Geschwindigkeit für unsere Teigform finden, die zugleich sehr langsam ist und bei der sich unser Köder auch noch wunderbar dreht. Die Tiefe müssen wir wieder an der Pose einstellen. Hier gilt es jetzt, die Forellen wieder zu suchen und zu finden. Eine gute Taktik im Sommer ist, sich langsam von der Oberfläche nach unten zu arbeiten. Viele Anhaltspunkte dazu gab es ja schon in diesem Teil über das Angeln im Forellenteich.

Jetzt soll der Köder nicht einfach nur monoton eingekurbelt werden. „Wir müssen dem Köder ein wenig individuelles Leben einhauchen!“ erklärt er mir die Grundsituation während er seinen ersten Wurf langsam einholt.

„Zunächst sollte man immer die Rute in ca. 90 Grad zu der Schnur im Wasser halten.“ Gibt Andy mir Einblicke in die Grundstellung beim Posenschleppen. „So kannst du sofort einen Biss gut erkennen, wenn sich deine weiche Rutenspitze biegt. Sollte das auch mal bei dir passieren, dann schlag bloß nicht sofort an!!“ blickt Andy schon in die ferne Zukunft.“ Ganz im Gegenteil, du bewegst nun die Rute so, dass du mit der Spitze auf die Pose zeigst. Dabei öffnest du den Schnurbügel. Sobald die Pose abtaucht und etwas Schnur von deiner Rolle gezogen wird, kannst du anschlagen.“ Ok, man darf also nicht, wie beim Stippen auf Rotaugen jeden Biss sofort mir einem Anschlag quittieren sondern ganz im Gegenteil. Man muss erst Schnur geben. Gut dass wir darüber gesprochen haben. ;)

Aber wie bekommt man jetzt das von Andy angesprochenen individuelle Leben in den Köder?

Beim Schleppen mit der Pose ist das eigentlich ganz einfach. Genauso, wie beim Stippen mit der Pose hält man einfach die Einholbewegung für einige Sekunden an. Der Köder sinkt dann langsam ab und dreht sich dabei weiter. Daraufhin startet ihr wieder mit dem Einholen. Den Rhythmus von Einholen und Stoppen könnt ihr dabei frei wählen, bis der Biss kommt.

Wie beim Forellenstippen solltet ihr das Präsentieren des Köders im Randbereich wieder ganz genau beobachten. Nicht selten entscheiden sich die dicken Nachläufer genau hier zum Zuschlag auf euren Köder.

Übrigens: Das Schleppen mit der Pose ist denkbar ungeeignet, wenn die Forellen an der Oberfläche jagen. Dann fischt ihr praktisch unter den Fischen her. Da sich Forellen beim Jagen ihrer Beute eher nach oben als nach unten orientieren, werden sie euren Köder an solchen Tagen nicht sehen wenn ihr mit der Pose schleppt. Nehmt dann lieber einen schwimmen Spirolino und ein langes Hakenvorfach. ;-)

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