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Forellen stippen

Bis jetzt konntet ihr auf fangplatz.de viel über die Forellen lesen. Ihr wisst was es für Forellenseen gibt, wo sich die Forellen in den Seen in den unterschiedlichen Jahreszeiten aufhalten und wo die alten Forellen-Hasen stehen. Jetzt geht es aber endlich an das Angeln! Und natürlich werde ich euch als stipp-verrückter Angler zuerst vorstellen, wie man die Salmoniden am See stippen kann. Stippt also mit mir mit!
 

Da habe ich also meine Verbindung vom Stippen zum Forellenangeln gefunden! Das Stippen. Allerdings musste ich schon nach kurzer Zeit feststellen, dass das Stippen auf Forellen bei weitem nicht so sensibel ist, wie das Angeln auf Brassen, Rotauge und Co. Das zeigte mir schon der Aufbau der Montage.

Das benötigte Material

Das Stippen auf Forellen ist eine Mischung aus phlegmatischem Angeln an einer Stelle und ein wenig schleppen, was eher ein ganz langsames Einziehen mit Unterbrechungen bezeichnet werden kann. Hierzu bietet sich ein Gerät an, dass einerseits eine äußerst weiche Spitze hat, um ganz harte Bisse oder Fluchten der Forellen gefühlvoll abzufedern, aber auf der anderen Seite ein kompromisslos kräftiges Rückgrad aufweist, um die Fische im Schach halten zu können. Das sind natürlich Rutenanforderungen, die nicht jedes Produkt erfüllen kann. Am besten ist eine Rute mit einer semi-parabolischen Aktion. Die Länge sollte ca. 3,70 bis 4,20m liegen. Ich habe da in der Speedmaster Trout 4GT von Shimano einen optimalen Begleiter gefunden.

Die 4000er Rolle sollte sich sehr sensibel einstellen lassen und bei plötzlichen ruckartigen Fluchten, die typisch für Forellen sind, ohne Rucken Schnur geben können. Daher bevorzuge ich Rollen mit einer Frontbremse. Sie haben  wesentlich größere Bremsschreiben als die Heckbremsen-Modelle und laufen auf Dauer aus meiner Sicht gleichförmiger und zuverlässiger. Ein Modell aus der Shimano-Serie Exage FA ist hier ideal. Wie es auch beim Stippen üblich ist, sollte das Schnur-Material so dünn wie möglich ausgewählt sein, um dem beißenden Fisch so wenig Widerstand wie möglich zu bieten. Außerdem kann man mit dünnem Material wesentlich weiter werfen als mit kräftigerem Gerät. Eine monofile Schnur mit 0,18 mm Durchmesser (z.B. Tubertini Cosmos UC-10) ist für mich ausreichend. Die Stärke des Vorfaches liegt 0,02 mm dünner. Geflochtene Schnüre braucht man hier nicht!
 

Die Montage

Zum Stippen auf Forellen bieten sich dem Angler viele Posenmodelle an. Auf Grund der Angeltechnik sind aber vor allem längliche Posen mit zwei Feststellgummis zu bevorzugen. Auch Modelle mit einer inneren Schnurführung (s. Bild) und Feststellmöglichkeit am unteren Posenstab sind gut geeignet. Diese Posenmodelle kann man sehr gut langsam einziehen ohne dass sich deren Tiefe verstellt oder dass sie dabei untergehen, wie es z.B. bei Matchposen mit nur einer unteren Schnurbefestigung der Fall wäre. Außerdem bemerken die Forellen die Posen beim Biss fast gar nicht.

Obwohl die Forellen beim Anbeißen längst nicht so empfindlich auf Widerstand reagieren wie die kleinen Weißfische, sollten auch diese Posen exakt ausgebleit sein, so dass sie bei dem kleinsten Biss abtauchen kann. Zwei Bebleiungschemata sind hier zu favorisieren:

  1. Die Bleikette (Bild links)
    Eine Kette von Bleien bildet hier die Beschwerung der Pose. Sie bewirkt, dass der angebotene Köder nach dem Einwerfen ganz langsam und möglichst natürlich von der Wasseroberfläche absinkt. Bei den Bleischemata  könnt ihr sehr viel von den Stippern lernen, die eine Menge Erfahrung damit haben, die Bleie so an der Schnur zu befestigen, dass sie sich beim Wurf eben nicht verwickeln.
    Eine Möglichkeit ist, die Bleischrote von oben nach unten immer leichter werden zu lassen. Der Abstand zwischen den ersten Bleien beträgt 5 cm, worauf sich die folgenden Abstände immer verdoppeln. So stellen wir sicher, dass der Köder nach dem Auswurf ganz langsam auf die an der Pose eingestellte Tiefe absinkt. Zwischen Hauptschnur und Vorfach empfiehlt es sich einen Doppeltönnchen-Wirbel zu montieren. Er verhindert, dass sich die Schnur verdrallt.
    Die Bleikette ist vor allem an solchen Angeltagen vorzuziehen, wenn die Forellen in den oberen Gewässerregionen nach Nahrung suchen (Sommer, spätes Frühjahr und früher Herbst).

  2. Die Punktbebleiung (Bild rechts)
    Die Punktbebleiung besteht im Wesentlichen aus einer Bleioliven die auf die Hauptschnur gezogen sind. Kleinere Ergänzungsbleie an der Olive tarieren die Pose exakt aus. Hier wird ebenfalls als Übergang zwischen Hauptschnur und Vorfach ein kleiner Doppeltönnchenwirbel verwendet, der die Verdrallung der Schnur verhindert. Diese Montage ist vor allem angebracht, wenn der Köder schnell in untere Gewässerregionen absinken soll, in denen die Forellen stehen (frühes Frühjahr, später Herbst oder Winter, heiße Sommer in tieferen Seen).

Eine Frage der Vorfachlänge!

Die Länge des verwendeten Hakenvorfachs richtet sich entscheidend nach der Angeltiefe. Möchtest du in einer Angeltiefe von  tiefer als 120 cm angeln, dann darf dein Vorfach ruhig eine Länge von 40-80 cm haben. Dann sinkt dein Köder schön verführerisch und langsam ab. Sind die Forellen sehr vorsichtig, sollte dein Vorfach länger sein, umgekehrt kannst du es auch kürzer halten

Angelst du hingegen in einer Tiefe von weniger als 100 cm, dann reichen Vorfachlängen von 30-50 cm. Bis auf wenige Ausnahmen kannst du Vorfächer in diesen Längen nicht im Fachhandel erwerben. Daher bist du hier auf den Eigenbau der Vorfächer angewiesen. Auch hier kannst du wieder etwas bei uns Stippern abschauen. Schau einfach mal in die fangplatz-Serie „Das perfekte Vorfach“. Hier kannst du lernen, mit welchen Hilfsmitteln du dir dein eigenes Vorfach perfekt selbst binden kannst und wie du deine selbst gebundenen Vorfächer optimal aufbewahren kannst.

Welche Hakengrößen?

Die Montagen schließen nach unten die Haken ab. Beim Forellenangeln dürfen sie auf jeden Fall größer ausfallen als es beim Stippen auf die kleinen Friedfische der Fall ist. Die Größe der Haken richtet sich hierbei entscheidend nach der Größe der Köder. Allgemein werden Hakengrößen zwischen 6 und 14 eingesetzt. Werden als Köder 2 Fleischmaden eingesetzt reichen Haken der Größe 14, bei einzelnen Bienenmaden schon Hakengrößen von 8-10 aus. Möchtest du hingegen einen Tauwurm oder einen Fischrogen anbieten, dann darf der Haken auch schon mal Größe 6 haben. Als Hakenmodelle können Rundbogenhaken mit etwas längeren Schenkeln verwendet werden. Der Stahl der Haken sollte hierbei stabil, aber auch nicht zu dick sein. So stellst du sicher, dass sich der angebotene Köder möglichst natürlich im Wasser verhält. Bei unseren Montagen setzen wir ja auf ein möglichst natürliches Absinkverhalten. ;-)

Forellenteigköder sind für diese Art der Angelei nicht optimal geeignet, da diese schwimmend sind und wir den Hakenköder ja natürlich absinken lassen möchten. Das geht eigentlich nur, wenn man das Vorfach künstlich beschwert (z.B. durch ein Schrotblei) oder indem ihr mit Natur-Teig Kombiköder angelt.
 

Präsentation des Köders

Neben der passenden Montage und der passend eingestellten Angeltiefe ist beim Stippen auf Forellen vor allem die Präsentation des Köders ganz wichtig. Doch wie sieht die Präsentation im Detail aus?

Hier kann man beim Forellenangeln eigentlich immer nur sagen, dass die Bewegung der Schlüssel des Erfolges ist. Damit der Köder besonders verlockend aussieht, muss er im Wasser langsam auf die eingestellte Tiefe absinken können, egal ob man mit der Bleikette oder mit der Punktbebleiung fischt. Die Montagen geben eigentlich nur die Angeltiefe vor, die vorwiegend befischt werden sollen.

Nachdem ihr ausgeworfen habt, wartet ihr, damit der Köder absinken kann. Im Sommer sind die Absinkzeiten eher kürzer im Winter dürfen es auch schon mal bis zu einer Minute sein. Darauf wird die Pose 1m herangekurbelt. Hierbei hebt sich der Köder wieder an. Sobald die Einholbewegung gestoppt wird sinkt der Köder wieder langsam ab. Meist erfolgt der Biss in dieser Absinkphase. Dieses wiederholt ihr, bis der Köder vor euren Füßen ist. Ganz spannend sind auch die letzten Meter vor dem Ufer. Oft folgen die Forellen dem Opfer bis kurz vor den Rand und schnappen erst dann zu. Daher sollte man hier noch mal ganz konzentriert bei der Sache sein und sein Unternehmen nicht zu früh abbrechen und neu auswerfen. ;-)

 

Der Unterschied zwischen dieser Angelei und der des Schleppens mit der Pose besteht darin, dass der Köder stetig auf und ab bewegt wird. Beim Schleppen bewegt sich der Köderhorizontal im Wasser und zeigt noch eine zusätzliche Drehaktion. Wie ihr das hinbekommt erfahrt ihr im nächsten Teil zum Forellenangeln am Forellensee. 

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