Fangplatz.de: Einfach erfolgreich angeln.

Feedern auf Brassen: Futterstrategie und Liegezeiten des Köders

In meinem Artikel „Tipps: Richtig gezielt auswerfen“ habe ich erklärt, wie ihr mit der Feederrute weit und zielgenau euren Köder hinaus katapultiert. Jetzt behandle ich die Frage, wie lange der Köder da draußen am besten liegen sollte und wie ihr wie ein Profi eine Angelstrategie auf Brassen für den Tag entwickelt.

Gedanken vor dem Angeltag

Macht euch im Vorfeld Gedanken, wie viele Fische der Zielfischart euer Gewässer für die Angelzeit – ich plane ca. 3 Stunden ein – her gibt. Sind es weniger Fische (4 Stück), könnt ihr durchschnittlich längere Wartezeiten für die Köderpräsentation auf dem Futterplatz einplanen als z.B. bei 30 Fischen. Ich gehe in von 20-30 erhofften Fängen aus, denn in Angelartikeln sollen ja viele Fische gefangen werden!

Bedenkt außerdem: Brassen sind richtige Staubsauger unter Wasser. Wenn sie auftauchen, dann in Schwärmen, egal ob groß oder klein. Für sie gilt: Entdecken sie euren Futterplatz, geht es zur Sache und zwar an euer Futter. Binnen kurzer Zeit saugen sie alles weg und mit etwas Geschick fangt ihr in der Zeit viele Exemplare vom Schwarm. Bis ihr die Fänge aber verarbeitet habt, saugt der Schwarm weiter bis euer Platz leer ist und verschwindet. Dann ist es „wie abgerissen“ wie viele Angler im Gespräch oft überrascht berichten. Aber ihr kennt ja Fangplatz.de und werdet jetzt eine Strategie erfahren, womit euch das hoffentlich nicht so schnell passiert.

Füttern: Der Start des Angeltags

Egal, mit welcher Feeder-Montage ihr am Start seit und welchen Angelplatz ihr euch ausgesucht habt. Am Anfang steht immer eine solide Grundfütterung wenn ihr auf Brassen angelt. Denn Brassen, die ihr fangen wollt, sind immer hungrig!

Hierzu verwendet ihr zu Beginn einen großen Korb und bringt 8-10 Füllungen aus. Dabei kann es ruhig auf eurem Angelplatz „knallen“. Durch starke Rucke mit der Rute könnt ihr die ausgeworfenen Körbe auf eurem Angelplatz zügig entleeren. So bekommt ihr in 10-15 Minuten schon mal eine gute Anfangsfütterung auf den Platz. Das Fundament für den Angeltag.

Die erste Stunde

Jetzt beginnt das tatsächliche Feedern mit einem kleineren Körbchen, Haken und Köder. Ein guter Anhaltspunkt ist nun in der ersten Stunde alle 4 Minuten einzuholen und weiteres Futter auf den Platz zu bringen. Dadurch entwickelt ihr ganz nebenbei eine kontinuierliche Spur von Futterpartikeln durch alle Wassertiefen, der die Fische zum Grund folgen sollen. Umgekehrt treiben Partikel von eurem Futterplatz auch nach oben und locken so ebenfalls Fische zu eurem Futterplatz. Man kann in der ersten Stunde schon etwas mit der Ködervariation und Vorfachlänge (länger bei kurzen Zupfern, kürzer bei Fehlbissen) variieren, so dass man das eine oder andere Beißverhalten schon heraus bekommen hat. Jetzt ist auch die Zeit der ersten Rotaugen.

Der Grundgedanke dieser lauten Strategie am Angelanfang: Eigentlich möchten wir zu Beginn des Angelns noch keine Brassen fangen, denn die würden uns den gerade erst entstehenden Futterplatz in kürzester Zeit vernichten und weiter schwimmen. Wir möchten den Gabentisch erst komplett her gerichtet haben, wenn die Brassen kommen. So haben wir später beim Eintreffen der „Staubsauger“ mehr Zeit, sie mit neuem Futter am Platz zu halten und zu fangen.
Die angelockten Rotaugen fungieren als Signalverstärker für die Brassen. Wo Rotaugen fressen ist Futter und das wissen auch die Brassen.

Die zweite Stunde: Abklingphase

Ab der zweiten Stunde der Angelsession sollte es dann aber merklich ruhiger werden. Die Arbeit ist jetzt eh getan. Nun kann man den Köder 10 Minuten zwischen den Würfen am Futterplatz liegen lassen. Es kommt natürlich auf das Beißverhalten der Fische an.

Bisse? Dann Verhaltensmuster heraus arbeiten

Beißen die Fische, muss man beachten mit welchem zeitlichen Muster sie nach dem Auswurf reagieren. Spätestens nach 4-6 Fischen zeichnet es sich in der Regel ab. Beißen sie zum Beispiel 5-6 Minuten nach dem Auswerfen, verkürzen wir unsere Köderpräsenz auf 6 Minuten, wenn der Biss nach der Zeit ausbleiben sollte.

Beißflaute? Werdet aktiv!

Habt ihr keine Bisse, könnt ihr erst mal im 10-Minuten-Modus bleiben. Passiert dann aber nach 30 Minuten immer noch nichts, müsst ihr handeln! Eine gute Strategie ist dann, zwei „Futterwürfe“ im Abstand von 2 Minuten zu platzieren. Eventuell mit etwas „Zusatz“ im Korb, wie geschnittene Würmer, Caster oder Aroma-Spritzer. Den folgenden Wurf lasst ihr dann 15 Minuten liegen und wartet, was passiert. Ihr könnt ja sicher sein, dass jetzt frisches Futter an eurem Platz ist.

Hilft das nichts, probiert es mal einige Meter neben dem Hauptfutterplatz. Brassen stehen gerne abseits. Gerade wenn Rotaugen auf dem Futterteppich herum wuseln.
Ich gehe natürlich davon aus, dass ihr nun die Bisse bekommt und ihr könnt dann wieder eure Liegezeit des Köders nach den Bissen anpassen.

Fazit:

Vieles beim Angeln (nicht nur beim Feedern!) hat mit Timing zu tun. Daher sieht man viele Profis mit Stoppuhren am Wasser. Und der schnelle Brassen ist selten der gute Brassen. Besser ist es, wenn man später in der Angelsession Brassen fängt, denn dann fängt man sicher mehr.
Deshalb hat man am Anfang eine hohe Futterfrequenz (= Wurffrequenz) und am Ende eine niedrige. Bekommt man trotz allem keine Bisse, muss man kreativ werden.

Ich wünsche euch viel Erfolg beim Brassen-Fang.

Euer Schummi


Zusammenfassung: 4 Tipps zum Feedern auf Brassen

1. Wieviel kannst du fangen?

Hab vor dem Angeln eine Vorstellung, wie viele Fische du aus dem Gewässer während deiner Angelzeit raus fangen kannst und bestimme daraus deine mittlere Liegezeit des Köders auf dem Futterplatz.

2. Möglichst keine Brassen am Anfang

Meide den Brassen der ersten Stunde! Erst ab der Zweiten Angelstunde sollte es am Angelplatz ruhiger werden und die Wurffrequenz deutlich größer sein als vorher.

3. Flexible Wurffrequenz bei Bissen

Passe deine Wurffrequenz immer den den Bissen an.

4. Werde bei Beißflaute aktiv

Beißt nichts, dann handle außer der Reihe. Zum Beispiel mit zwei Futterwürfen (eventuell mit „Zusatz-Zutaten“) und einer verlängerten Liegezeit des Köders.

Auch interessant:

Fangplatz.de

Social Links